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Müllprojekt Sommer '02

Russland ist riesengroß. Das Land wartet mit Dimensionen auf, die außerhalb unserer Vorstellungskraft liegen. Gedanken an den Umweltschutz scheinen angesichts dieser gewaltigen Ausmaße und der geringen Einwohnerdichte vergeudet zu sein. Dortige Umweltverschmutzungen haben nur minimale Auswirkungen für die Menschen. Zudem sind diese vor andere Probleme gestellt. Sie sind froh, wenn sie in den wenigen noch bestehenden Fabriken Arbeit finden.

So wird Umweltschutz im Großen genauso wenig beachtet wie im Kleinen. Während unserem Sommercamp 2002 am Baikalsee wurde der achtlose Umgang mit Müll für uns direkt erkennbar. Die Bucht, in der wir zelteten, ist auch für viele Russen eine beliebte Zeltgegend. Die weiten, grünen Wiesen am klaren Baikal scheinen wie dafür geschaffen. Doch leider entpuppte sich die vor uns liegende Idylle bald als eine versteckte Müllkippe. Barfuß-Läufer unter uns bekamen dies besonders schnell zu spüren. Die Scherben von zahlreichen sorglos weggeworfenen Glasflaschen lagen im Gras versteckt, genauso wie verrostete Dosen, Plastikflaschen und Gummischläuche.

Dies nahmen wir zum Anlass, eine große Müllsammelaktion zusammen mit dem zeitgleich dort stattfindenden russischen Kindercamp durchzuführen. An 2 Tagen sammelten wir 50 Müllsäcke voll. Leider stellten wir bereits am 2. Tag fest, dass unsere Bemühungen von vielen Russen nicht verstanden wurden. Vor einigen Zelten, wo wir am Vortrag gesammelt hatten, waren schon wieder neue Flaschen und Dosen hingeworfen worden. Dies hat uns zwar ernüchtert, soll uns aber nicht entmutigen. Verständnis für Umweltschutz kann nicht von einem Tag zum anderen entstehen. Aber es wird auch in einem riesigen Land wie Russland notwendig werden und muss gerade dort im Kleinen beginnen. Die russischen Kinder haben schon mal begeistert mitgemacht.

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