Der Tempel in Narin Azagat
Auch wenn der Buddhismus in der Sowjetunion offiziell nie verboten war, so haben die Sowjets gleichwohl bis auf das Kloster Iwolginsk alle Tempel zerstört oder verkommen lassen. In den letzten Jahren sind aber vor allem in der Republik Burjatien wieder eine Vielzahl neuer Tempel (Datzan) entstanden. Die meisten Tempel liegen weit verstreut abseits der großen Städte und sind ganz im Gegensatz zum Datzan von Iwolginsk vom Tourismus verschont geblieben.
Einer dieser Tempel liegt ca. 60 km westlich von Ulan-Ude an der Straße nach Chita in Narin Azagat, einem kleinen Ort inmitten der schier endlos erscheinenden Steppe. Der örtliche Tarba Lama ist ein älterer Burjate, der nicht nur mehrmals den Dalai Lama getroffen hat, sondern scheinbar auch seinen Humor übernommen hat. Jedenfalls sollte man sich vor einem Treffen mit ihm über seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft intensiv auseinandersetzen.
Der Tempel besteht bisher aus einem kleinen Hauptgebäude sowie einigen Nebengebäuden bzw. Gebetsmühlen und kleineren Stupas. Von diesem möchte der Tarba Lama in nächster Zeit weitere errichten und hofft dabei auf die Unterstützung von freiwilligen Helfern aus aller Welt. Er ist der festen Überzeugung, dass unter seiner Anleitung jeder dabei helfen kann und wir können nur ergänzen: es war hoch interessant und anregend sich mit ihm zu unterhalten. Allerdings spricht der Lama nur Russisch und Burjatisch.
Die Umgebung des Tempels ist geprägt von der rauhen endlosen Steppe, wie man sie sich in der Mongolei vorstellt. Unweit des Tempels befindet sich auch eine in ganz Burjatien bekannte Felsformation, deren Besuch fest eingeplant ist.
