Camp 21 Buchta Krachalinaja vom 18. - 01.08.2006
von Ellen Eichhorn
Traumhafte Natur, super Menschen und vieles mehr
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Ich werde die Zeit dort nie vergessen.
Mein Name ist Ellen Eichhorn und ich habe diese Jahr zum zweiten Mal die Bucht mit dem GBT besucht. (Und man glaubt es kaum, es war alles anders, aber natürlich auch wieder traumhaft schön, genauso wie letztes Jahr.)
Der Beginn unseres Camps 21 war in Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatien; wir trafen uns um 8.00Uhr morgens auf dem Sowjetplatz vor dem großen Leninkopf, dann ging es zwar noch nicht ganz vollständig mit einem kleinen Bus nach Ust-Bargusin. Die Fahrt war in Russland wie immer ein Abenteuer für sich. Ich persönlich liebe es einfach, wenn man auf Grund der Strassenverhältnisse herumgeschleudert wird.
Unsere junge Truppe, bestehend aus acht Ausländern und acht Russen, wurde am Abend des 18.07.2006 in Ust-Bargusin, einer kleinen aber schönen Stadt am Baikalsee komplett, anfangs noch sehr unvertraut und später dann unzertrennlich.
Wir haben uns am 19.07 nach einer kurzen Kennenlernphase (die Nacht verbrachten wir in einem Ferienlager) auf den Weg zum Baikal gemacht. Dabei haben wir ca. 60km passiert und eine wunderbare Landschaft erlebt. Insgesamt waren wir 6 Tage unterwegs. Während dieser Zeit bauten wir Brücken aus Steinen und säuberten den Trail.
Die Zeit in der wir unterwegs waren, war traumhaft, da wir viel landschaftliche Abwechslung hatten und jeden Tag etwas Neues erlebt haben, beispielsweise sahen drei Gruppenmitglieder einen Bären. Unsere Abende verbrachten wir am Lagerfeuer und spielten oft Mafia, was allen sehr viel Spaß machte. Natürlich gab es auch in diesem Jahr jeden Tag Kascha, aber es war erträglich, da es ja täglich anderen gab und Mittags außerdem eine Suppe. Für mich persönlich war die Wanderung etwas ganz Besonderes, da ich im letzten Jahr genau denselben Weg gegangen war und dabei große Mühe hatte, da der Weg erstens noch sehr verwildert und teilweise auch gefährlich ist und zum anderen, da ich mich letztes Jahr mit angerissenen Bändern auf die Wanderung machte! Also war der Weg, den dich zwar kannte, eine große Herausforderung für mich! Aber es war einfach super ich hatte gar keine Mühe dieses Jahr dem schnellen Schritt der Russen standzuhalten und das Wandern hat total viel Spaß gemacht. Aber wie es in Russland immer so ist, musste natürlich auch auf dieser Wanderung etwas schief gehen. Das erste ereignete sich gleich am zweiten Tag, als mein Fotoapparat kaputt ging, doch das war noch das "geringste Übel". Denn am dritten Tag kam für mich der absolute Reinfall. Wir waren gerade auf dem Weg zu unserem nächsten Camp und haben zwischen dem Wandern noch einmal an dem Fluss Bargusin angehalten, um dort noch eine kleine Flussüberquerung mit Steinen zu bauen! Da viele von uns deswegen ins kalte Wasser mussten, haben wir die Schuhe ausgezogen. Wir bauten ungefähr eine Stunde und wollten uns, als alles fertig war, auf den Weg machen. Doch das ging leider nicht so einfach, denn als ich meine Schuhe anziehen wollte, fiel mir einer ins Wasser und da die Flüsse dort sehr reißend sind, war er auch gleich weg. Vova, ein Freund von mir, der auch zum GBT-Team gehört, und den ich letztes Jahr kennen gelernt habe, rannte meinem Schuh noch etwa einen Kilometer hinterher, aber das Einzige, was er retten konnte, war ein Strumpf, der sich noch im Schuh befunden hatte!
Somit stand ich ohne Alles da. Gut, ich hatte noch ein paar Sandalen, aber damit zu wandern ist nicht sehr angenehm. Ich hätte selber auch noch ein paar Turnschuhe gehabt, aber die befanden sich zu dieser Zeit wahrscheinlich noch auf einem Schiff auf dem Baikalsee, da unsere restlichen Sachen, die wir nicht mit auf die Wanderung genommen hatten, per Schiff an unser Camp am Strand gebracht wurden. Aber hier halfen mir gleich die Russen, als erstes bekam ich - nennen wir es mal "Turnschuhe" von einem Mädchen Namens Aljona, die mit im Camp war. Diese waren ganz in Ordnung, bis auf, dass sie kein Profil hatten und ich wie auf "Schmierseife" ging, aber es war okay. Besser als gar nichts. Aber wie es der Zufall so will, sind die Schuhe, die das Mädchen anhatte, im nächsten Waldcamp auch kaputt gegangen und so brauchte sie ihre Schuhe wieder und ich stand wieder ohne da. Somit bekam ich zum Schluss Turnschuhe von Julia (sie gehörte ebenfalls zum GBT-Team). Diese waren zu groß, uralt, ohne Zunge und mit riesigen Löchern, in den fast nicht mehr vorhandenen Sohlen. Und so ging es zum Baikal. Wenigstens wusste ich jetzt, wie Russen in solchen Schuhen wandern können, denn diese Frage hatte ich mir letztes Jahr oft gestellt. Jetzt weis ich, dass es geht.
Alles zusammen war die sechstägige Wanderung zum Baikalsee mit den verschiedenen Orten mit Brücken( mehr oder weniger guten), Winterhäusern, Flüssen, Bächen, Felsen und einfach nur Wald wunderschön. Wer es erleben will, muss selber an den Baikal fahren. Man kann es einfach nicht beschreiben. Am 25.07.2006 kamen wird in der Bucht Krachalinaja an. Dort ging es uns natürlich essenversorgungsmässig besser, auch hatten wir Sandstrand, Volleyballfeld, eine Gitarre (das Allerwichtigste) und weniger Moskitos. Im Vergleich waren aber beide Teile des Camps herrlich. Jeder hatte seine Vorzüge.
Die zweite Woche, welche wir am Baikalsee verbrachten, war auch sehr ereignisreich. Wir hatten Banja auf dem Hausboot "Garmonia", durften Katamaran (Tretboot) fahren (so haben wir die Bucht ergründet), hatten viel Sonne und einfach viel Spaß zusammen. Natürlich gab es auch am Baikalsee direkt nicht nur Freizeit, sondern wir arbeiteten auch.
Wir haben in diesem Jahr sehr viel geschafft. Wir bauten einen wunderschönen Wegweiser, welcher 12km von der Bucht entfernt liegt, wir haben den Weg sehr gut begehbar gemacht, indem wir das Gestrüpp und Bäume beseitigten und zum Schluss haben wir noch viele kleinere Brücken über den Sumpf gebaut. Hierfür standen uns Äxte, Sägen, zwei Motorsägen und Baumscheren zu Verfügung. Somit kann man sagen, dass diese zwei Wochen am Ostufer des Baikals unvergesslich schön und auch noch nützlich waren.
Zum Schluss möchte ich noch meine zwei schönsten Erlebnisse erzählen. Das erste war mein 19.Geburtstag, der am 26.07 gefeiert wurde. Ich hatte an diesem Tag frei von meiner Gruppenleiterin Sveta bekommen und verbrachte den Tag mit Mischa und Ruslan am Strand. Ich freute mich schon auf abends, da dann Vova wieder am Lagerfeuer singen würde. Aber wie das Schicksal es so will, kam ein Gewitter und nach dem Abendbrot saßen wir zu siebent in meinem kleinen Zweimannzelt und spielten "Durak". Ich war etwas - besser gesagt sehr - enttäuscht, da erstens Vova und Sveta nicht da waren und viele andere, die ich in mein Herz geschlossen hatte. Die saßen nämlich in anderen Zelten - dachte ich wenigstens. Denn um 23.00Uhr schrie es dann Ellen. Wir gingen hinaus und es gab zwei Riesentorten, ein Lied ganz allein für mich, das zweisprachig von Gunda und Vova gesungen wurde. Ich bekam noch mehrere kleine Geschenke, obwohl ich nie damit gerechnet hätte, da keiner zuvor wusste, dass ich Geburtstag haben werde und wir uns nicht in der Zivilisation befanden. Dann kam noch dazu, dass der Himmel sich aufklarte und wir bei sternenklarem Himmel noch bis 3.00Uhr am Lagerfeuer saßen und Vova uns mit seiner traumhaften Musik unterhielt (natürlich wurden meine Lieblingslieder nicht nur einmal gespielt!)
Das zweite Erlebnis war, als wir auf der Heimreise überraschenderweise mit dem Schiff noch auf die Uschkani Inseln fuhren, um dort Nerpas zu sehen. Wir mussten alle unsere roten Sachen ablegen da, Nerpas sehr empfindlich auf Rot reagieren und dann schlichen wir uns vorsichtig an die Felsen, an welchen sich die Robben zwar häufig, aber nicht immer befinden. Wir hatten Glück. Es war ein tolles Erlebnis die Baikalrobben (die einzigen Süßwasserrobben der Welt) einmal in echt zu sehen. Es handelt sich um wunderschöne Tiere. Wir sahen sehr viele kleine und große Nerpas, die uns mit ihren großen schwarzen Augen ansahen. Einfach unvergesslich. Es handelte sich bei diesem Ausflug um ein Geschenk des Nationalparks, in dem wir gearbeitet hatten. Einfach nur danke dafür.
Die Zeit war für alle aus unserer Gruppe wunderschön und im Namen aller möchte ich mich bei den Mitarbeitern des GBT bedanken, vor allem bei denjenigen, die uns in unserem Camp begleitet haben. Sveta, unserer Gruppenleiterin, gilt ein ganz besonderer Dank für die gute Organisation (viel besser, als letztes Jahr) und überhaupt für alles.
Vova, Svetas Assistent, danken wir vor allem für die wunderbaren Stunden am Lagerfeuer, die er uns mit seiner traumhaften Musik beschert hat. Andrej und Julia für die Unterstützung in Sachen Werkzeug und Essen und natürlich auch der Unterhaltung. Und unseren zwei jüngsten, Mischa und Ruslan, gilt auch ein Dank für die lustigen Stunden zusammen. Also einfach danke an das komplette GBT-Team in Russland und Deutschland.
Bis jetzt weiß ich nur eins: ich werde nächstes Jahr wieder beim GBT dabei sein.
