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Weltkulturerbe Dresden?

Pressemitteilung vom 28. März 2007

Putin, Pipeline, Brücke - Dresdner Baikalplan e. V. wendet sich in Sachen "Welterbe retten" in einem offenen Brief an russischen Präsidenten

"Um den Verlust des Weltkulturerbetitels für das Dresdner Elbtal noch zu verhindern, bitten wir nun in einem offenen Brief auch Präsidenten Putin, den amtierenden Ministerpräsidenten Milbradt und die sächsische Lokalpolitik auf die weitreichenden Folgen einer Aberkennung dieses Titels hinzuweisen", so Claudia Nikol, Vorsitzende des Vereins. Putin als ehemaliger Dresdner sei sich zum einen der Schönheit der Dresdner Kulturlandschaft bewusst, zum anderen habe er selbst 2006 die Aberkennung des Weltnaturerbetitels für den Baikalsee, die Perle Sibiriens und Reiseziel vieler Russen und Ausländer, rechtzeitig verhindern können.

"Am Baikalsee erregte damals die direkt am Nordufer des Baikalsees geplante Trassenführung einer Erdölpipeline nicht nur die Gemüter vor Ort. Auch wir haben uns im Zusammengang mit vielen anderen NGO's gegen diese Lösung ausgesprochen", so Frau Nikol weiter. Die UNESCO mahnte Russland und drohte mit dem Verlust des Welterbetitels, Putin lenkte ein und die Trasse wird nun weiter nördlich und nicht mehr im direkten Einzugsgebiet des ältesten, tiefsten und saubersten Sees dieser Erde geplant.

"Und wir hier in Dresden maßen uns an, ohne jegliche Kompromissbereitschaft einer auch von Deutschland befürworteten und weltweiten Organisation wie der UNESCO die Tür ins Gesicht zu schlagen und zu sagen: No way – nur DIESE Brücke und an DIESER Stelle", erregt sich die Dresdnerin über die harte Linie ihrer sächsischen Landesregierung. Es könne nicht angehen, dass in allen anderen wichtigen weltpolitischen Fragen die UN bzw. die UNESCO als entscheidungsfähige Kraft zitiert würde, und sich Dresden und Sachsen plötzlich nicht mehr in dieser Verantwortung und international anerkannten Konventionen bewegen will, ja dieses unverständliche Vorgehen auch noch mit Hilfe eines instrumentalisierten Bürgerentscheids begründet.

"Sinnvolle Stadtentwicklung und Verkehrsplanung sind für Dresden als Stätte Jahrhunderte alter Kultur und Stadt der Wissenschaft und Hochtechnologie ohne jede Frage im Interesse aller", meint Claudia Nikol weiter. "Aber welcher Ruf ginge von dieser Stadt in die Welt, wenn einer im Weltmaßstab so reichen Region wie Dresden der Welterbetitel nach nur zwei Jahren entzogen würde?! Und das einzig und allein wegen der Form und Lage einer Brücke, die ohne Nachdenken und jegliche Kompromissbereitschaft gebaut werden soll?"

"Demokratie und basisdemokratische Entscheidungen haben für uns einen hohen Wert. Aber zum Wesen der Demokratie gehört auch, dass sich Meinungen ändern können und Ab­stimmungen aufgrund von völlig neuen Tatsachen wiederholt werden müssen", erklärt die 31jährige Unternehmerin weiter. "Russland hat im letzten Jahr den Schutz des Baikalsees und des Weltnaturerbes über die preisgünstigste Route für eine Erdölpipeline gestellt. Die sächsische Landesregierung sollte jetzt in der Lage sein, beim Bau einer Stadtbrücke, der teuersten Deutschlands dazu, einen Kompromiss zu finden und sich im Sinne Dresdens, seiner Bürger und Besucher mit der UNESCO zu einigen!" plädiert Nikol.

Offener Brief an Präsident Putin vom 27. März 2007 >>> Download als .pdf

Unterstützt werden kann der Protest auch mit der Unterzeichnung des "Dresdner Appell zum Erhalt des Welterbestatus" unter www.welterbe-erhalten.de"

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